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Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V.
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Online Videothek

mit frei verfügbaren Dokumentationen aus den Kategorien Displaced Persons/jüdische Nachkriegsgeschichte, NS-Verbrechen, Emigration und Kultur. Dieses Angebot, ein historisches Archiv und eine aktuelle Quelle zugleich, wurde mit freundlicher Unterstützung der Medienwerkstatt Franken ermöglicht. Die Filmpräsentation eignet sich zum Einsatz in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Der hochauflösende Stream kann per Projektion (Beamer) gezeigt werden.

Jugend- und Erwachsenenbildung

"Bücher kann man nicht befragen"

Weil er Jude war, musste Hans Rosenfeld 1937 seine fränkische Heimat verlassen. Nachdem Hans, der sich über Jahrzehnte weigerte auch nur ein Wort deutsch zu sprechen, nicht mehr im Berufsleben stand, besuchte er regelmäßig sein Geburtsland und referierte vor Schulklassen über die NS-Zeit. Hans Rosenfeld ermunterte die junge Generation, sich für Versöhnung und Freundschaft zwischen den Völkern einzusetzen. Da der Zeitzeuge seine Mission als persönlichen Beitrag für mehr Menschlichkeit ansah, verstand es sich von selbst, dass er alle seine Reisekosten selber trug. Hans Rosenfeld verstarb im Januar 2015 im Alter von 88 Jahren in New York City.

Displaced Persons/Jüdische Nachkriegsgeschichte

Die vergessenen Kinder von Strüth - Ein jüdisches Waisenhaus in Franken

Auf ihrer Reise nach Erez Israel strandeten im Frühjahr 1946 über 300 zumeist ungarische Waisenkinder in Franken. Die Jungen und Mädchen, die mit viel Glück den Holocaust überlebt hatten, fanden für knapp zwei Jahre Zuflucht in der ehemaligen Lungenheilanstalt Strüth bei Ansbach.

Der Kibbuz auf dem Streicher-Hof - Die letzten Landjuden in Franken

Im Herbst 1945 errichtete die amerikanische Militärregierung auf dem Landgut des ehemaligen NS-Gauleiter Julius Streicher ein Lager für Shoa-Überlebende. Rund drei Jahre wohnten und arbeiteten im Kibbuz Nili – wie die Bewohner ihr Zuhause nannten – bis zu 150 Juden, die sich hier auf ihre Zukunft in Israel vorbereiteten.

"Wartesaal" zur Emigration - Juden in Georgensgmünd nach 1945

Seit dem 16. Jahrhundert bis zur Vertreibung durch die Nationalsozialisten 1938 lebten Juden in Georgensgmünd. Es ist nahezu unbekannt, dass es nach 1945 zu einer Wiedergeburt des jüdischen Lebens kam. Knapp vier Jahre war die fränkische Gemeinde Zufluchtsort für etwa 30 Überlebende aus den NS-Vernichtungslagern.

Destination: Sydney

Im Mittelpunkt Lena Goldstein und Yola Schneider. Die beiden gebürtigen Polinnen hatten mit viel Glück das Warschauer Ghetto überlebt, flüchteten 1946 vor pogromartigen Ausschreitungen aus ihrer Heimat ins Land der Täter Sie verbrachten einige Zeit im DP-Camp Ansbach Bleidornkaserne, bis sie nach einer langen Odyssee 1949 endlich den Hafen von Sydney erreichten.

"Die Rächer" - Jüdische Vergeltungsaktionen in Nürnberg

Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges formierte sich eine Gruppe jüdischer Holocaust-Überlebender, um Vergeltung für das von den Deutschen begangene millionenfache Morden zu verüben. In Nürnberg und anderen deutschen Städten waren unterschiedliche Aktionen geplant: Von Massenvergiftungen bis hin zu Mordanschlägen auf verantwortliche hohe Nazis.

NS-Verbrechen

Tatort Avasinis - Kriegsverbrechen einer fränkischen SS-Einheit

Der Krieg in Italien war schon vorbei; die deutschen Truppen hatten bereits kapituliert. Daher wähnte sich die arglose Bevölkerung der kleinen Gemeinde Avasinis (Friaul) in Sicherheit. Am 2. Mai 1945 überfielen Angehörige der Pottensteiner SS-Karstwehr das Bergdorf und ermordeten 51 seiner Bewohner.

"Der Schwarze Mittwoch" - Polizeikompanie Nürnberg vernichtet Kortelisy

Am Mittwoch, den 23. September 1942, zerstörten Angehörige der Polizeikompanie Nürnberg die ukrainische Gemeinde Kortelisy und ermordeten 2.875 Bewohner. Nur Wenige überlebten dieses Massaker. Die etwa hundert Mann starke Polizei-Truppe war in Brest-Litowsk stationiert und unterstand dem dortigen SS- und Polizeiführer.

Emigration (aus dem Videoarchiv der Erinnerung)

"An Streicher kann ich mich gut erinnern"

Weil sie Juden waren, wurden vor über einem halben Jahrhundert in Deutschland Menschen ausgegrenzt, verfolgt und ermordet. Von den rund 8.000 Nürnbergern jüdischen Glaubens konnte sich etwa die Hälfte in die Emigration retten. In der Dokumentation kommen vier dieser Zeitzeugen zu Wort. Sie berichten erstmals vor laufender Kamera über ihre Jugendzeit im Nürnberg der 1930er Jahre.

"Wegbegleiter Israels" - Der deutsch-jüdische Fotograf Werner Braun

Als Pressefotograf erlebte der gebürtige Nürnberger Werner Braun den israelischen Unabhängigkeitskrieg. Den Eichmann-Prozess dokumentierte er im Auftrag der israelischen Regierung. Portraits von Ben Gurion, Golda Meir, Moshe Dayan und vielen anderen Politikern finden sich in seinem Archiv, das etwa eine halbe Million Negative umfasst.

Paulas Nürnberger Lebkuchen - Made in the USA

Auch die jüdische Familie Freund wurden in die Emigration getrieben. In ihre neue Heimat New York konnten sie nur wenig mitnehmen. Neben ein paar Habseligkeiten befand sich jedoch etwas sehr wertvolles im Gepäck der Flüchtlinge: Das Rezept für echte Nürnberger Elisen-Lebkuchen.

Jüdische Kultur

"Am Schabbes hat der Schoufet frei" - Schopfloch eine Sprachinsel in Franken

In der fränkischen Ortschaft Schopfloch existierte seit dem 16. Jahrhundert eine große jüdische Gemeinde. Daran erinnert noch heute eine Geheim- und Handelssprache, die mit vielen Wörtern aus dem Hebräischen gespickt ist – das Lachoudische. Bis in die NS-Zeit war dieses Idiom auch die Sprache der fränkischen Viehhändler und wurde von vielen Bewohnern des Ortes gesprochen.

Bechhofen, Bethaus und Big Apple - Die Wiedergeburt einer fränkischen Synagoge

In der Pogromnacht von 1938 steckten die Nationalsozialisten die weltbekannte Bechhofer Scheunensynagoge in Brand. Ein einzigartiges Zeugnis des fränkischen Landjudentums wurde für immer vernichtet. Bereits im Oktober 1938 waren die letzten Juden aus Bechhofen vertrieben worden. Einige konnten sich z. B. nach New York City in die Emigration retten: darunter Jerry, Senta und Gunther Bechhofer. Anhand ihrer Erinnerungen und einer Rekonstruktion der Synagoge ist es möglich, das jüdische Gotteshaus nach der Zerstörung wieder entstehen zu lassen - zumindest virtuell.
Die gesamte Visualisierung der Scheunensynagoge sehen Sie hier.


letzte Änderung: 08.05.2015
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