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Das 12. Jahrbuch des Instituts ist in Vorbereitung

Titelbild des Jahrbuchs nurinst 2024

nurinst 2024

Das 12. Jahrbuch des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts mit dem

Schwerpunktthema: Jüdische Zeitungen und Autoren

wird von Jim G. Tobias und Andrea Livnat herausgegeben und erscheint Ende des Jahres 2024.

Vorläufiges Inhaltsverzeichnis

Angesichts der Ereignisse in Israel, den unfassbaren Massakern der Hamas, den Vergewaltigungen, Entführungen, Massenmorden und der damit verbundenen Hetze und Bedrohung gegen Jüdinnen und Juden weltweit (und auch angesichts der erschreckenden Empathielosigkeit und ideologischen Verbohrtheit vieler sich selbst als „links/liberal“ verstehender Menschen), ist es mehr als angezeigt, praktische Solidarität mit Israel und seinen Menschen zu leisten.

Über israelische Freunde und Kollegen sind wir auf die Organisation IsraAid aufmerksam gemacht geworden, die aktuell ein Notfallprojekt für traumatisierte Überlebende der Hamas-Massaker gestartet hat. Bei aller Fassungs- und Hilflosigkeit vielleicht eine kleine Möglichkeit konkret zu helfen und nicht nur unser Mitgefühl zu bekunden.

IsraAid Germany e.V.
IBAN DE77 1004 0000 0219 0189 01
BIC COBADEFFXXX
Betreff: „Emergency Fund“



Am Israel Chai!

Unser aktuelles Jahrbuch nurinst 2022

Titelbild nurinst 2022
im ANTOGO Verlag erhältlich
ISBN 978-3-938286-58-6

Beiträge zur deutschen und jüdischen Geschichte
Schwerpunktthema: Kultur in der Zeit der Verfolgung und danach

Das 11. Jahrbuch des Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts, herausgegeben von Jim G. Tobias und Andrea Livnat.

„Illegale jüdische Immigranten“

Die Internierungscamps auf Zypern 1946–49

Nissenhütte in einem zypriotischen Internierungslager. Foto: Government Press Office/The National Photo Collection (Jerusalem) D196-027.

Nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus sahen die Überlebenden der Shoa für sich keine Zukunft mehr in Europa. Viele wollten nach Palästina, doch der jüdische Staat existierte noch nicht und die britische Mandatsmacht verhinderte die Immigration. Dennoch machten sich Zehntausende illegal auf den beschwerlichen Weg übers Mittelmeer: Nachdem sie nur knapp der Vernichtung entkommen waren, jahrelang in den DP-Camps in Deutschland, Österreich und Italien ausharren mussten, die Alpen überwunden und eine nicht ungefährliche Seereise in überfüllten Booten hinter sich hatten. Weiterlesen

 
P r e s s e m i t t e i l u n g
zum Überfall Russlands auf die Ukraine



Der verbrecherische Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, den Putin mit der Begründung legitimiert, dass er in der Ukraine einen Völkermord an der russischsprachigen Bevölkerung verhindern müsse und damit die „Entnazifizierung“ des Landes einleite, stellt eine völlige Verzerrung der Realität dar. Die propagandistische Behauptung, es gebe einen Genozid in der Ukraine, verhöhnt Millionen von Shoa-Opfern – eine inakzeptable Verfälschung und Verharmlosung der NS-Verbrechen. Insbesondere die infamen Behauptungen des russischen Präsidenten Putin, die ukrainische Führung bestehe aus einer Clique von Nazis, sind unerträglich.

Aufgrund des völkerrechtswidrigen Überfalls Russlands und der Bombardierung von zivilen Zielen, auch in unserer Partnerstadt Charkiw, hatte das Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V. bereits 2022 auf ein Viertel der städtischen Jahresförderung (6.250 €) verzichtet und die Stadt Nürnberg gebeten, das Geld für die Unterbringung und Versorgung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine und insbesondere aus Charkiw zu verwenden. 

Der Vorstand und die Mitgliederversammlung haben erneut beschlossen, wie in den letzten beiden Jahren, auch in 2024 auf 20 Prozent der städtischen Förderung (5.000 €), zu Gunsten der Ukrainehilfe zu verzichten und die Stadt gebeten, das Geld entsprechend umzuschichten.

Das Nürnberger Institut steht an der Seite der Ukraine, unsere Solidarität gilt den Menschen, die von einem barbarischen Regime überfallen und terrorisiert werden. 

(aktualisiert) 31. März 2024

Das jüdische DP-Camp Ainring (Obb.) 1945–47

Hitlers Flugplatz verwandelte sich in einen Zufluchtsort für Überlebende der Shoa

Flugleitungsgebäude und Hangar von „Deutschlands schönsten Gebirgsflughafen Ainring bei Freilassing/Obb.“. (Postkarte aus den 1930er Jahren)

Der „schönste Gebirgsflughafen“ in Ainring, wie die Nationalsozialisten den Fliegerhorst im Berchtesgadener Land nannten, wurde 1933/34 erbaut – als Landeplatz zur nahegelegenen Residenz Adolf Hitlers auf dem Obersalzberg. Einige Jahre später entstand auf dem „Regierungsflughafen“ eine Luftwaffenkaserne mit Unterkünften für rund 1.000 Soldaten. Ab Oktober 1945 dienten die Baracken als Erstaufnahmelager für Tausende von jüdischen Flüchtlingen aus Osteuropa. Diese Menschen hatten in den NS-Lagern, im Untergrund, bei den Partisanen oder in der Sowjetunion überlebt und waren auf dem Weg nach Palästina oder Übersee. Für sie gab es in Europa keine Zukunft mehr.  Weiterlesen

Hachschara als Lebenswelt junger Juden während des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit

Der zionistische Terminus Hachschara (Hebräisch: Aufstieg) bedeutete in den Lebenswelten jüdischer Deutscher der 1930er Jahre bis zu dem Zeitpunkt ihrer Auswanderung oder Flucht eine vielfach erzwungene neue Biografie und den Beginn einer beruflichen Neuorientierung.

Vorbereitung auf Palästina: Zionistische Jugendliche üben in den bayerischen Wäldern den Brunnenbau (um 1935). (Repro: nurinst-archiv)

Andere zeitgenössische Begriffe wie Berufsumschichtung oder Berufsvorlehre waren gleichbedeutend mit einem Leben und Arbeiten in jüdischen Auswandererlehrgütern (Hachscharazentren), Lehrwerkstätten oder in einem Beth Chaluz. Die leitenden Akteure der Hachschara waren zumeist deutsche Zionisten, tätig für den Dachverband zionistischer Jugendorganisationen Hechaluz. Weiterlesen

Eine Auswahl von Beiträgen des Nürnberger Instituts in anderen Medien

Jüdischer Neubeginn auf dem Nazi-Bauernhof – Wie der Streicherhof zum DP-Lager wurde

Ausgerechnet das ehemalige Landgut des NSDAP-Frankenführers Julius Streicher, Herausgeber des antisemitischen Hetzblatts „Der Stürmer“, wurde ab 1945 Zufluchtsort für Überlebende der Shoa. Auf dem Pleikershof bei Fürth war bis 1948 ein Kibbuz untergebracht, hier bereiteten sich bis zu 150 Jüdinnen und Juden, sogenannte „Displaced Persons“, auf ihre Ausreise nach Palästina und ihre Zukunft im neuen Staat Israel vor. Beitrag auf BR2 anhören

Podcast:
NS-Massaker von Kortelisy – Schuld ohne Sühne

Am 23. September 1942 löschten Polizisten aus Nürnberg das ukrainische Dorf Kortelisy und seine Einwohner nahezu komplett aus. Zum 80. Jahrestag dieses Massakers produzierten wir, in Kooperation mit dem Radiojournalisten Thies Marsen, auf Basis unseres Archivmaterials ein Feature für den Deutschlandfunk Kultur. Den Podcast können Sie hier hören.
Am 13.10.2023 erschien der TAZ-Beitrag: Nürnberger Polizisten in der NS-Zeit: „Ganz normale Männer“

Wer mehr über die mörderischen Taten der Polizeikompanie Nürnberg wissen möchte, es gibt noch Restexemplare der Publikation

“Ihr Gewissen war rein; sie haben es nie benutzt”.
Die Verbrechen der Polizeikompanie Nürnberg

53 Seiten
5,80 € plus Versand

Bestellungen bitte an den ANTOGO Verlag
bestellung(at)antogo-verlag.de
oder über AMAZON

 

Der Holocaust in Litauen: Die geheimen Notizen des Kazimierz Sakowicz

Ab 1941 begann in einem Waldstück nahe Wilna der NS-Massenmord an etwa 100.000 Menschen: polnische Widerstandskämpfer, sowjetische Kriegsgefangene, Jüdinnen und Juden. Der polnische Journalist Kazimierz Sakowicz wohnte unweit des Tatorts, dokumentierte akribisch auf Papierfetzen, was er sah. Erst vor gut 20 Jahren konnten die Aufzeichnungen entziffert werden. Beitrag auf BR2 anhören

Lachoudisch: Eine vergessene bayerische Sprache

In Schopfloch südwestlich von Nürnberg an der Grenze zu Baden-Württemberg sprachen viele Einwohner jahrhundertelang Lachoudisch. Seine Wurzeln hat Lachoudisch im Hebräischen, es ist also ein Zeugnis der reichhaltigen jüdischen Kultur, die es ab dem 12. Jahrhundert in Franken gegeben hat. Die letzten Jüdinnen und Juden von Schopfloch wurden in der Nazizeit vertrieben oder ermordet – doch ihre Sprache wird noch von einige Menschen vor Ort am Leben erhalten. Beitrag auf Deutschlandradio Kultur anhören

Fred Zinnemanns Film „Die Gezeichneten“ – Als jüdische Waisenkinder ihr Schicksal nachspielten

1947 drehte Fred Zinnemann in Bayern das Nachkriegsdrama „Die Gezeichneten“. Für die Kinderrollen wählte er jüdische Kinder aus Waisenhäusern aus. Diese griffen für ihre ergreifenden Szenen aus Erfahrungen aus erster Hand zurück. Beitrag auf Deutschlandradio Kultur anhören

Sportfest statt Olympiade – Im August 1936 trafen sich 100 jüdische Leichtathleten in Fürth

„Zu dem angekündigten Wettkampf der Landessportverbände hatten Berlin, Baden-Südwest und Württemberg-Bayern je eine Kampfmannschaft entsandt“, schreibt „Die Kraft“, Organ des Sportbundes Schild des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ (RJF) in der Ausgabe vom 28. August 1936. Beitrag auf Hagalil lesen

Vor 75 Jahren: Urteile im Nürnberger Prozess: „Nürnberg war Recht und nicht Rache“

1946 ergingen die Urteile im Nürnberger Prozess. Den Hauptkriegsverbrechern des NS-Staates widerfuhr, was sie ihren Opfern versagten: Ein rechtsstaatliches Verfahren. Der Prozess war in vielerlei Hinsicht wegweisend. Beitrag auf Deutschlandradio Kultur anhören